Pflanzenkraft fürs Immunsystem

Warum wir gerade jetzt pflanzliche Zusätze brauchen

Corona, immer mehr und schärfere Regularien, schwierige wirtschaftliche Voraussetzungen und gestiegene gesellschaftliche Erwartungen: Es ist viel, was Nutztierhalter, Landwirte, Futtermittelhersteller und Produzenten derzeit schultern müssen. Dabei ist ihr Handlungsspielraum oft nur gering. Die drängende Frage lautet: Was können wir tun, um sowohl ökologischer als auch ökonomischer zu werden und damit langfristig profitabel und erfolgreich?

Eine Antwort darauf lautet: Beim Futter beginnen und die Vorteile pflanzlicher Zusätze nutzen. Denn sie sind vielseitig und effektiv in verschiedenen Bereichen.

Wenn wir zum Beispiel auf die Broilerproduktion schauen, so ist die Leistung in der Regel erster Indikator für die erfolgreiche Produktion. Doch ebenso wichtig ist der Zustand von Gesundheit und Immunsystem, den er wirkt sich direkt auf die aktuelle und finale Leistung aus. Ein Indikator ist hier die natürliche Abwehrkraft, welche sich an Parametern wie Phagozyten und Lymphozyten messen lässt. In Versuchen lässt sich nachweisen, wie die Aktivität dieser wichtigen Immunzellen mithilfe pflanzlicher Futterzusätze, sogenannter Phytogene, wesentlich verbessert werden kann.

So können pflanzliche Zusätze einen positiven Einfluss auf die natürliche Abwehraktivität bei Broilern ausüben. Da sich zugleich die Wachstumsleistung verbessert, freut sich auch der Landwirt. Ein gesundes und robustes Immunsystem bei optimaler Leistung ist die Basis dafür, dass es Mensch und Tier gut geht.



Schafft die EU den Kurs auf die Zukunft?

Es war ein informelles Treffen, doch die Themen, um die es in Koblenz bei der Tagung der EU-Agrarminister ging, sind dringlicher denn je. Im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihre Amtskollegen an den Rhein geladen. Neben einem touristischen Rahmenprogramm mit Schiffstour auf der Mosel und Besichtigung eines Steillagenweinbergs ging es bei den Gesprächen unter anderem darum, wie Landwirtschaft und Ernährung künftig mehr gestärkt und insbesondere die gesellschaftliche Wertschätzung gefördert werden kann.

Schon im Vorfeld war das Treffen auf große Resonanz bei Verbänden, Organisationen und in der Branche gestoßen. So rief das Bündnis Meine Landwirtschaft für den 30. August zu einer friedlichen Demonstration in der Koblenzer Innenstadt auf. Auch zahlreiche Landwirte aus dem Umland und sogar den angrenzenden Beneluxstaaten waren mit ihren Traktoren nach Koblenz gekommen, um Flagge zu zeigen für ihr Anliegen: Wie unter anderem der deutsche Bauernverband betont, hat gerade die Corona-Krise deutlich gezeigt, welche Systemrelevanz Lebens- und Futtermittelerzeugung besitzt. Diese zu fördern und zukunftssicher aufzusetzen, ist ein wichtiger Auftrag für die Minister. Dabei darf neben der Wirtschaftlichkeit auch der Tierwohlaspekt nicht zurückstehen. Beides zu verbinden und eine nachhaltige, tiergerechte und profitable Produktion zu ermöglichen, muss das Ziel sein.

Dieses Ziel werden wir nur erreichen, wenn alle Akteure der Wertschöpfungskette ihren Teil dazu beitragen, das Tierwohl mit ihren jeweiligen Möglichkeiten zu verbessern. Denn von einer Verbesserung des Tierwohls profitieren am Ende alle – Tiere, Landwirte, Lebensmittelhersteller und Verbraucher.



Tierwohl bei Ferkeln verbessern: die drei effektivsten Maßnahmen

Zur Unterstützung des Tierwohls in der Ferkelaufzucht gibt es zahlreiche Methoden. Wir haben die drei besonders wirkungsvollen und praxisrelevanten Methoden ausgewählt.

1. Buchten strukturieren

Die Struktur der Ferkelbucht ist ausschlaggebend, um Ferkeln eine reizvolle Umgebung zu bieten. Wichtig ist ein angelegter Ruhebereich und auch, in welcher Ecke er sich befindet. Das führt zu einer guten Strukturierung der Bucht. Die Ferkel wissen genau: Hier können sie zur Ruhe kommen oder schlafen, während sie in anderen Bereichen fressen, koten und ihre natürlichen Verhaltensmuster ausleben können. Der Ruhebereich sollte wärmer und dunkler sein. Im Aktivbereich brauchen die Ferkel ausreichend Beschäftigungsmaterial.

2. Nicht-kurative Eingriffe unterbinden

Körperliche Eingriffe am Tier wie Kastration, Zähneschleifen oder Kupieren des Schwanzes sind inzwischen gesellschaftlich höchst umstritten und finden kaum Zustimmung in der breiten Öffentlichkeit. Nicht nur die betäubungslose Kastration wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, auch die anderen Eingriffe stehen auf dem Prüfstand. Hier wird es langfristig andere Lösungen geben müssen. Um die Erwartungen von Politik, Handel und Gesellschaft erfüllen und zugleich erfolgreich und profitabel produzieren zu können, ist eine optimierte Fütterung für Landwirte und Produzenten eines der wichtigsten Werkzeugen.

3. Stress reduzieren

Hier sind sich Experten und Produzenten einig: Stress ist einer der wichtigsten Faktoren für das Auftreten von Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Schwanzbeißen. Stress etwa aufgrund von Besatzdichte, Stallklima oder Gesundheitsproblemen führt in der Regel zu einer verminderten Leistung. Neben langfristigen und grundlegenden Veränderungen im Haltungssystem (Gebäude, Management, Belüftung, Gruppengröße) gibt es gerade für Schweineproduzenten weitere Unterstützungsmaßnahmen. Eine auf Tierwohl und Gesundheit ausgerichtete Fütterung inklusive der richtigen Futterzusätze wirkt effektiv Stress entgegen, unterstützt und stärkt die Tiere im Umgang mit täglichen Stressoren wie Krankheiten und Umwelteinflüssen. Dabei sind insbesondere phytogene, also pflanzliche Zusatzstoffe im Fokus, die das Immunsystem stärken, Krankheitserreger bekämpfen und gleichzeitig beruhigend auf die Tiere wirken. Ein Beispiel hier ist Dr. Eckels pflanzlicher Zusatzstoff MagPhyt, der durch seine beruhigende Wirkung Schwanzbeißen nachweislich reduzieren kann.

Gerade die jüngsten Vorfälle rund um die Covid-19-Infektionen haben das Vertrauen der Verbraucher in die Fleischindustrie massiv erschüttert. Um dieses Vertrauen wieder zu stärken, ist jetzt klares und entschiedenes Handeln gefragt – zum Wohl der Tiere, der Gesellschaft und der verantwortungsvollen Produzenten.



Sommerhitze: Das geht auf keine Kuhhaut

Ob Sommerolympiade, Fußballweltmeisterschaft oder Tour de France: Spitzensportler brauchen Strategien, um auch bei hohen Temperaturen die volle Leistung bringen zu können. Bei den Nutztieren sieht es nicht viel anders aus. Auch Milchkühe sind in ihrem Bereich echte Spitzensportler, die ihre Energie gezielt einsetzen müssen, um beste Milchleistung zu erreichen.

Am wohlsten fühlen sich die Tiere bei Temperaturen bis etwa 16 Grad. Darüber müssen sie bereits Körperwärme über Verdunstung durch erhöhte Atmung und Schwitzen abgeben. Schon bei diesen Temperaturen steigt der Energieverbrauch der Tiere spürbar an, sie fressen zudem weniger und trinken mehr. Das Risiko für chronische Entzündungen steigt, das Wohlbefinden der Tiere leidet. Wenn schließlich das Thermometer in Höhen steigt, die für Menschen bestes Badewetter erhoffen lassen, stehen Milchkühe ernsthaft unter Stress.

Tierhalter steuern hier in der Regel gegen durch Maßnahmen wie Stalldurchlüftung, gute Wasserversorgung bis hin zu Wasserkühlung an heißen Tagen oder wärmeisolierende Dacheindeckungen. Ebenso spielt das Futter selbst eine Rolle. Die richtigen Zusatzstoffe können helfen, den Stress für die Tiere zu verringern. Anta®Ox FlavoSyn von Dr. Eckel etwa ist ein rein pflanzlicher aromatisierender Futterzusatz. Durch die sekundären Pflanzenstoffe wird die Energieversorgung der Kühe unterstützt, die Tiere sind besser gegen Entzündungen geschützt und weniger gestresst.

Die Verbesserung des Tierwohls ist eine komplexe Aufgabe, die wir nur durch ein kombiniertes Vorgehen bewältigen können. Futter ist hier eine wichtige Maßnahme – denn beim Futter fängt es an.



Die Milchkuh macht‘s

Das weiße Gold, produziert tagtäglich von vielen tausenden Milchkühen. Eine großartige Leistung, die nur gesunde, stabile Kühe dauerhaft bringen können. Deshalb gilt bei Milchvieh ganz besonders: Mehr Tierwohl gleich mehr Gesundheit gleich mehr Leistung. Hier finden Sie die wichtigsten Tierwohlparameter:

Eutergesundheit. Eutererkrankungen können zu massiven wirtschaftlichen Verlusten und Kosten führen. Um Erkrankungen zu vermeiden, muss der Landwirt Verschlechterungen der Herdengesundheit schnell erkennen. Meistens werden nur die direkten Kosten für die Behandlung durch den Tierarzt oder die Medikamentenkosten gesehen. Zusätzliche Kosten entstehen durch die nicht verwertbare Milch sowie den Mehraufwand für Behandlung, Management, gesondertes Abmelken, erhöhte Remontierung und durch Probleme in den Folgelaktationen. Ein wichtiger Indikator für die Bewertung der Eutergesundheit ist der Gehalt an somatischen Zellen in der Milch. Die somatischen Zellzahlen werden durch viele Risikofaktoren begünstigt, wie beispielsweise mangelnde Stallhygiene. Futterzusätze können dabei helfen, den Gehalt der somatischen Zellen zu verringern.

Kuhkomfort. Ähnlich wie bei Sportlern ist es auch für Milchkühe wichtig, Gelenkverletzungen wie Sprung- und Knieverletzungen oder Rippenbrüche zu vermeiden. Mehr Komfort etwa durch freie Liegeflächen im Laufstall sorgt dafür, dass die Tiere sich leichter und störungsfreier ablegen und aufstehen und ihre natürlichen Liegepositionen ohne Verletzungen einnehmen können. Zudem sollten den Tieren leicht zugängliche Ruhe-, Fütterungs-, Trink- und Auslaufbereiche zur Verfügung stehen. Das beugt auch Verschmutzungen und Hautverletzungen vor.

Lahmheit. Oft wird sie durch diverse Klauenverletzungen oder -erkrankungen hervorgerufen. Sie beeinträchtigt maßgeblich das Ausleben natürlicher Verhaltensmuster und das Wohlergehen der Tiere. In jedem Fall ist sie sehr schmerzhaft für die Tiere und oft eine der Hauptursachen für einen frühzeitigen Abgang. Eine frühzeitige Erkennung und entsprechend präventive Maßnahmen erhöhen die Heilungschancen.

Sozialverhalten. Kühe sind Herdentiere mit einer festen Rangordnung. Sie haben ein Bedürfnis nach Körperkontakt und sozialer Bindung. Dies bringen sie meist durch gegenseitige Körperpflege zum Ausdruck. Darüber hinaus benötigen die Tiere zur Ausübung des Sozialverhaltens einen gut strukturierten Stall mit Aktivitäts- und Ruhebereich sowie Platz und Ruhe.

Stoffwechsel. Zahlreiche Zuchterfolge in den letzten Jahrzehnten führten zu deutlichen Leistungssteigerungen – aber auch zu großen Herausforderungen. So wuchs etwa durch die geänderten Anforderungen die Gefahr von Stoffwechselerkrankungen wie Ketose und Pansenazidose. Gerade hier können neben dem Fütterungsmanagement die richtigen Futterzusatzstoffe große Unterstützung bieten.



Stell dir vor, du schaust ins Grüne …

Was Menschen beruhigt, soll auch auf Tiere einen positiven Einfluss haben. Diese Erkenntnis hat das russische Landwirtschaftsministerium zu einem Experiment bewogen, das für Aufmerksamkeit sorgte. In einem Versuchsbetrieb in Moskau werden zurzeit Kühe mit VR-Brillen ausgestattet. Die speziell für Kühe angefertigten Brillen sollen den Tieren eine virtuelle Realität mit saftigen grünen Weiden vorgaukeln. Ziel der Versuche ist es, herauszufinden, ob die Tiere dadurch mehr Milch geben.

Laut Ministerium gibt es bereits erste Erfolge. So sei die Herde insgesamt friedlicher und die Kühe würden weniger Angst verspüren. Russland möchte mit dieser Studie ausloten, wie die Milchleistung durch neue Methoden weiter gesteigert werden kann. Weitere Versuche sollen zeigen, ob sich auch Milchqualität und Menge verändern. Sollte sich das bestätigen, könnten bald noch mehr Kühe in Russland VR-Brillen tragen.

Sieht so die Zukunft in unseren Milchviehställen aus? Wohl eher nicht. Klar ist: Wenn das Tierwohl verbessert wird, steigt auch die Leistung der Tiere. Doch wenn die Verbesserung buchstäblich nicht real ist, werden sich die Tiere durch Maßnahmen wie VR-Brillen kaum dauerhaft beeinflussen lassen. Selbst wenn sich kurzfristig positive Ergebnisse zeigen, kann eine wirklich nachhaltige, langfristige Verbesserung des Tierwohls – und die muss das Ziel sein – auf diesem Weg nicht erreicht werden. Denn diese gründet immer auf einer Kombination von Maßnahmen. Neben Haltungsform und Farmmanagement gehört hierzu auch die Fütterung. Daher sind Landwirte gut beraten auf naheliegende Maßnahmen zu setzen. So können schon mithilfe der richtigen Futterzusätze wichtige Tierwohlparameter wie Euter- oder Lebergesundheit und die Vitalität der Tiere positiv beeinflusst werden.



Tierwohl auch bei Kälbern ein wichtiges Thema

Gesunde Kälber sind die Grundlage für eine optimale Milchleistung. Und sie sichern die Zukunft der Bestände und damit des Betriebes. Gutes Management und tierwohlgerechte Haltung sorgen dafür, dass diese Kälber zu Milchkühen mit guter Leistung und einer langen Nutzungsdauer heranwachsen. Besonders wichtig ist hier, Kälber soweit wie möglich vor vermeidbaren Erkrankungen und Entzündungen zu schützen. Missstände in der Fütterung und der Haltung können die Widerstandsfähigkeit der Kälber beeinträchtigen und das Risiko von Erkrankungen erhöhen. Entscheidend sind bereits die ersten Lebensstunden. Da Kälber ohne jegliche Abwehr geboren werden, brauchen sie das wertvolle Kolostrum in ausreichender Menge. Auf diesem Wege werden die Kälber mit den stallspezifischen Antikörpern versorgt – ein glatter Pluspunkt für das Immunsystem der Kälber.

Daneben sind Kälber auch zahlreichen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dazu zählen Stressoren, wie mangelhafte Haltungsbedingungen, Umwelteinflüsse und hoher Keimdruck. Sie können zu Symptome wie Durchfall, Infektionen und Atemwegserkrankungen führen, die oft gemeinsam auftreten und ihren Hintergrund in der Immunschwäche des noch jungen Kalbs haben. All diese Faktoren machen dem Kalb ordentlich zu schaffen und behindern das Wohlbefinden und die Leistung dauerhaft. Erkrankungen ziehen oft Entwicklungsstörungen und Beeinträchtigungen nach sich. Zudem bedeuten sie Mehrarbeit und zusätzliche Kosten. Vorbeugung ist daher besser als Behandlung: Das heißt, Kälber bestmöglich versorgen und mögliche Stressoren eindämmen, damit die spätere Milchkuh ihr volles genetisches Potenzial ausschöpfen kann.

Hierzu kann auch die Fütterung aktiv beitragen. So kann Tierwohl von innen heraus verbessert werden. Pflanzliche Futterzusätze können Entzündungsreaktionen im Organismus der Kälber reduzieren. Dadurch wird die Energie aus der Futteraufnahme nicht an Entzündungsreaktionen verschwendet, sondern steht vollständig für das Wachstum zur Verfügung. Das erhöht gleichzeitig die Widerstandkraft der Kälber und das Wohlbefinden der Tiere. In einem aktuellen Fütterungsversuch wurde gezeigt, wie ein flavonoidhaltiger Futterzusatz von Dr. Eckel nachweislich das Wohlbefinden von Kälbern aktiv unterstützt. Mehr zu diesem Versuch finden Sie hier.



Deutschland beim Tierwohl nur Mittelmaß

World Animal Protection (WAP) veröffentlicht internationales Tierwohl-Ranking: Die Tierschutzorganisation bewertet darin die Tierwohlstandards in 50 Staaten. An der Spitze: Schweden und Österreich.

Schon seit über 30 Jahren ist die World Animal Protection mit Hauptsitz in London für das Wohlergehen der Tiere im Einsatz. Für ihren Animal Protection Index (API) hat die NGO nun Tierwohlpolitik und -gesetzgebung in insgesamt 50 Ländern weltweit unter die Lupe genommen und ein Ranking von A (höchste Punktzahl) bis G aufgestellt. Für die Einstufung wurden unter anderem das allgemeine Bewusstsein für Tierwohl, die nationalen Gesetzgebung und die politische Unterstützung für Tierwohlstandards bei Haus- und Nutztieren sowie in der Forschung beleuchtet. Laut des API haben Schweden, Großbritannien und Österreich die höchste Bewertung. Die ihnen verliehene Note B zeigt, dass diese Länder ein sehr hohes Niveau beim Tierwohl aufweisen, aber noch Verbesserungspotenzial in bestimmten Bereichen besteht. In Ländern wie Marokko, Iran, Algerien und Weißrussland dagegen fehlt es noch immer am Wesentlichen: der Existenz oder wenigstens formellen Anerkennung eines grundlegende Rechtsrahmen für Tierwohl.

Deutschland hat es mit der Gesamtnote C nur zu einer mittelmäßigen Bewertung geschafft. Im Bereich Nutztiere werden die aktuellen Bemühungen sogar mit einem D bewertet. Deutschland steht somit auf einer Stufe mit Frankreich, Polen, Spanien und Italien. Das zeigt, dass in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern noch viel Nachholbedarf besteht. Die Erkenntnis, dass Tierwohl eine ökonomische, ökologische und ethische Notwendigkeit ist, hat sich zwar in den letzten Jahren immer weiter verbreitet, doch für konkrete Maßnahmen fehlt vielen Akteuren in der Branche noch die Orientierung. Dabei gilt: Frühzeitig ansetzen und die verfügbaren Stellschrauben nutzen. Aus diesem Grund setzt Dr. Eckel bereits bei der Fütterung auf Maßnahmen für eine Verbesserung des Tierwohls. Denn schon die richtigen Futterzusätze können einen aktiven Beitrag leisten.

Lesen Sie hier mehr zum Index und den Ergebnissen in anderen Ländern: https://api.worldanimalprotection.org/



Schöne neue Schweinewelt

Eine neue Nutztierstrategie soll Landwirte dabei unterstützen, Betriebsstrukturen weiterzuentwickeln und sich gut für die Zukunft aufzustellen. Was dies im Detail für die Schweinehaltung bedeutet, stellte das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium Ende Januar im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Ohne eine ganzheitliche Änderung der Schweinehaltung, so Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser, kann es nicht weitergehen.

Die Ministerin hat sich zum Ziel gesetzt, die gestiegenen Anforderungen an Tierwohl, Umweltschutz, Baurecht, Ökonomie, soziale Aspekte und gesellschaftliche Akzeptanz in Einklang zu bringen, heißt es. Die neue Nutztierstrategie solle die Landwirte unterstützen, strukturelle Veränderungen frühzeitig und erfolgreich zu gestalten. Die Weiterentwicklung der Nutztierhaltung soll möglichst flächendeckend erfolgen. Dies schließt auch mögliche Veränderungen in den bisherigen Betriebs- und Vermarktungsstrukturen ein. Ein Eckpunkt dieser Nutztierstrategie ist der „Stall der Zukunft“.

Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NRW baut das Landwirtschaftsministerium derzeit an neuen Stallsystemen für die Schweinemast. Geplant sind zwei Mastställe auf dem Versuchshof der Landwirtschaftskammer Haus Düsse in Bad Sassendorf. Die Mastställe sollen den Vorgaben der Stufen 2 und 3 des staatlichen Tierwohlkennzeichens entsprechen. Das beinhaltet ein völlig neues Auslaufkonzept mit begrünter Klimazone und Schweineklo. Künftig sollen diese Stallsysteme als Vorlage für andere Bauvorhaben dienen. Der „Stall der Zukunft“ soll vollständig aus Landesmitteln finanziert werden. Bis 2022 sollen die Stallneubauten fertig sein.

Ein weiterer Punkt, den die Nutztierstrategie vorantreiben will, ist der Verzicht auf das Kürzen von Ferkelschwänzen. Ziel ist, die Haltungsbedingungen für Schweine so zu verbessern, dass die Haltung von unkupierten Schweinen zum Normalfall wird. Außerdem soll noch stärker vorbeugend an den Ursachen für Erkrankungen gearbeitet werden, um den Arzneimitteleinsatz in der Schweinehaltung weiter verringern zu können.

Aus unserer Sicht erfreulich ist die Betonung, die die Nutztierstrategie auf die jüngsten Entwicklungen im Fütterungsmanagement und die Verfahren zur Emissionsminderung. Es zeigt, dass auch die Politik inzwischen verstanden hat: Eine optimierte Fütterung ist die erste Stellschraube, um Nachhaltigkeit und Tierwohl positiv zu beeinflussen. Packen wir es an.



Brancheninitiative feiert 5. Geburtstag

Genau fünf Jahre ist es nun her, dass sich Vertreter aus Landwirtschaft, Produktion und Handel zusammenfanden und beschlossen, gemeinsam für mehr Tierwohl und mehr Innovationen in der Landwirtschaft einzutreten: Die »Initiative Tierwohl« war geboren. Ein guter Zeitpunkt für unsere eigene Tierwohlinitiative, der Namensschwester eine Bestandsaufnahme zu widmen.

Seit ihrer Gründung hat die Initiative Tierwohl (ITW) viel erreicht: Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage kennen zwei Drittel der Befragten die Initiative, über 90 Prozent davon finden das Konzept der ITW gut oder sehr gut. Auch das Label hat den Weg in die Köpfe der Verbraucher geschafft: Jeder dritte hat es bereits bewusst auf Verpackungen wahrgenommen. Heute profitieren etwa 70 Prozent des Geflügels und ein Viertel aller Mastschweine in Deutschland von den verbesserten Standards, die unter anderem zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial beinhalten. Laut ITW wurden inzwischen schon über 100 Millionen Schweine und mehr als zwei Milliarden Hähnchen und Puten nach den Richtlinien der Initiative gezüchtet, gehalten und geschlachtet.

ITW-Geschäftsführer Alexander Hinrichs betonte gegenüber der Zeitung Die Welt, dass es jedem Verbraucher möglich sein müsse, sich beim Einkauf für mehr Tierwohl zu entscheiden. Schade sei, dass sich die Gastronomie bisher weitgehend heraushalte, wenn es um das Thema Tierwohl und dessen Finanzierung gehe.

Im Jahr 2021 startet die nächste Finanzierungsrunde der Brancheninitiative. Allerdings soll sich beim Finanzierungsmodell einiges ändern. Bisher zahlten die großen Lebensmitteleinzelhändler jährlich 130 Millionen Euro in einen Fonds, der die Mittel an die teilnehmenden Landwirte aufteilte. Dieses System soll ab nächstem Jahr geändert werden und die Finanzierung künftig direkt über den Markt stattfinden. Die Schlachtbetriebe würden teilnehmenden Schweinemästern dann einen festen Aufschlag zahlen, der sich aktuell auf 5,28 Euro pro Tier beläuft. Des Weiteren plant die Initiative einen deutlichen Ausbau der Kennzeichnung von Fleisch mit dem ITW-Logo in den Kühlregalen der Supermärkte. Wurstwaren sollen 2022 folgen.

Auch wenn die Maßnahmen von vielen Kritikern als zu gering empfunden werden, sind sie doch ein wichtiger Schritt, um eine höhere Marktdurchdringung zu erreichen. Und jeder Schritt, der hilft, das Wohl der Tiere flächendeckend zu verbessern, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Im Bereich Tierwohl bedarf es einer kontinuierlichen Entwicklung, bei der alle Parameter immer wieder neu beleuchtet werden müssen. So gibt es gerade bei den Futtermitteln viele innovative Lösungen, die das Tierwohl aktiv unterstützen.

Erfahren Sie hier mehr, was Fütterung alles leisten kann.