Weg vom Zinkoxid: Neue Möglichkeiten für nachhaltige Ferkelfütterung

Seit Juni 2022 ist die medizinische Verwendung von Zinkoxid in der EU verboten. Wie wird sich dies auf die Tierernährung auswirken, insbesondere auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Ferkel? Es wird seit Jahrzehnten zur wirksamen Bekämpfung von Durchfall bei Ferkeln nach dem Absetzen eingesetzt, besonders seit dem weltweiten Verbot von antibiotischen Wachstumsförderern. Doch genau wie Antibiotika ist Zinkoxid ein zweischneidiges Schwert. Es fördert die Selektion antimikrobiell resistenter Krankheitserreger wie E. coli im Darm und ist zudem ein Faktor bei der Entwicklung von Resistenzen gegen grampositive Bakterien. Aufgrund der Bedenken hinsichtlich der möglichen Umweltverschmutzung wurde die Verwendung in therapeutischen Dosen in mehreren Ländern, nicht nur in der EU, geprüft. Doch allein mit dem Verbot von Zinkoxid im Ferkelfutter innerhalb der EU ist die Suche nach wirksamen Alternativen noch nicht abgeschlossen. Was also tun, um eine Zunahme von Durchfallerkrankungen bei Ferkeln nach dem Absetzen zu verhindern, nun, da das Verbot endgültig in Kraft getreten ist?

Ein Wundermittel, das medizinisches Zinkoxid im Ferkelfutter einfach ersetzen kann, gibt es nicht. Doch es gibt vielversprechende Alternativen, die sich am Ende vielleicht sogar als die bessere Lösung für alle Beteiligten herausstellen. Da die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gesundheit der Ferkel spielt, ist eine möglichst frühe Futteraufnahme der Ferkel von größter Bedeutung.

Organische Säuren haben sich bereits seit langem als eine der erfolgreichsten Gruppen von Futterzusatzstoffen in der Ferkelernährung bewiesen. Diese unterstützen eine ordnungsgemäße Proteinverdauung bei Jungtieren, indem sie den pH-Wert des Magens senken und die Säurebindungskapazität des Futters verringern. Die direkte antimikrobielle Wirkung reduziert zudem die coliformen Bakterien im Darm und senkt die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen. Daher ist es nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, wirksame Futtersäuerungsmittel zu nutzen, um Durchfallerkrankungen vorzubeugen.

Eine weitere Möglichkeit stimmt noch optimistischer: Phytogene Rezepturen stellen eine interessante neue und innovative Gruppe alternativer Futtermittelzusatzstoffe dar, da sie vielversprechende Lösungen für die Herausforderungen in der modernen Tierproduktion bieten. So enthalten sie zum Beispiel pflanzliche Stoffwechselprodukte, die die Gesundheit und Leistung von Absetzferkeln verbessern. Zu den Wirkmechanismen zählen die Linderung von stressbedingten Problemen, die Verringerung von Entzündungen, die Unterstützung des Immunsystems und die Verbesserung der Futteraufnahme.

Durchfallerkrankungen nach dem Absetzen (PWD) sind nach wie vor eines der größten Probleme in der Schweineproduktion. Antibiotika sowie auch Zinkoxid waren bisher die wirksamsten Methoden zur Vorbeugung von Durchfallerkrankungen nach dem Absetzen. Es besteht die Möglichkeit, dass mit dem Verbot von Zinkoxid der Einsatz von Antibiotika zur notwendigen Behandlung von Zuchtschweinen zunehmen wird. Die Optimierung des Managements vor und nach dem Absetzen wird jedoch dazu beitragen, die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der jungen Ferkel zu verringern. Dabei sollten die Kenntnisse über die Zusammensetzung des Futters und der Futterzusatzstoffe, die bei der Suche nach Alternativen zu Antibiotika gewonnen werden konnten, vollumfänglich genutzt werden. In der Gesamtbetrachtung stellt diese Situation allerdings auch eine sehr gute Chance für die Zukunft dar: Der Einsatz aller bekannten Instrumente und Mittel des Managements kann höchstwahrscheinlich die Gesamtrentabilität und darüber hinaus auch die Nachhaltigkeit des Betriebs verbessern.



Tierernährung: Was kommt auf unsere Branche zu?

Derzeit machen Futtermittelkosten etwa 65 bis 75 Prozent der Gesamtkosten der Tierproduktion aus. Es sieht nicht danach aus, als würde sich dies in absehbarer Zeit zum Besseren wenden. In letzter Zeit sind die Lieferketten stark unter Druck geraten und wir haben einen dramatischen Anstieg der Kosten für viele Roh- und Zusatzstoffe erlebt. Futtermittelproduzenten werden diese erheblichen Preissteigerungen auf die anderen Player der Produktionskette – Landwirte, Lebensmitteleinzelhändler und Endverbraucher – umverteilen müssen. Wie kann das gelingen?

Vermeiden muss die Branche in jedem Fall das Risiko, dass durch den Preisdruck die Futtermittelqualität leidet. Wegen der gestiegenen Preise den Einsatz von Mykotoxinbindern oder Säuerungsmitteln zu reduzieren, wäre Sparen am falschen Ende. Immerhin wirken sich Futtermittelzusatzstoffe wie etwa Enzyme, Säuerungsmittel (unser CaPlus-Sortiment) und Phytogene (Anta®Phyt) auch auf die Leistung der Tiere aus. Daher kann ihr Einsatz unter den aktuellen Bedingungen sogar rentabler sein, als komplett auf sie zu verzichten. So ist es zum Beispiel möglich, Futtermittel einzusparen, wenn die gleiche Menge an Protein mit weniger Futter erzeugt werden kann.

Davon abgesehen hat der Anstieg der Rohstoffkosten natürlich Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Futtermittelerzeuger. Es besteht die Gefahr, dass sich Gewinneinbußen und Konsolidierungen in der Industrie negativ auf die deren Innovationsfähigkeit der Branche auswirken.

Wichtigste Triebfeder für Innovationen in der Futtermittelindustrie und in allen Bereichen der Nutztierhaltung und Aquakultur wird auch in Zukunft die Verbesserung des Tierwohls sein. Die Nachfrage der Verbraucher nach Produkten, die nachhaltiger, gesünder und tierfreundlicher produziert werden, wächst beständig und wird unsere Branche weiter prägen. Manchen in unserer Branche mag der Begriff „Tierwohl“ noch immer als Unwort gelten. Aber wir kommen nicht umhin, unseren Kunden (und damit letztlich Lebensmitteleinzelhandel und Endverbrauchern) geeignete Lösungen anzubieten. Bei Geflügel etwa geht der Trend immer mehr zu lokalen Rassen, den so genannten „einheimischen Hühnern“. Weltweit fordern Verbraucher, den Einsatz von Antibiotika auf das absolut Notwendigste zu reduzieren. Ihre Erwartungen wirken sich auch auf die Produktionsmethoden aus: Die Landwirte müssen in neue Ställe investieren, Alternativen zu Verfahren wie Kupieren oder Kastration ohne Betäubung finden, und ihre Tiere besser gegen Stress zu wappnen, indem sie stressmindernde Zusatzstoffe wie MagPhyt verwenden.

Klar ist: Mit den Folgen der Pandemie, den Herausforderungen in der Logistik und der Rohstoffversorgung sowie den steigenden Preisen steht nicht nur unsere Branche vor schwierigen Zeiten. Wir werden sie nur dann erfolgreich meistern, wenn wir eines nicht aus dem Blick verlieren: Tierwohl fängt beim Futter an.

 



Fortschritt in Sachen Tierwohl und Nachhaltigkeit

Woran müssen wir als Gesellschaft arbeiten, um in diesen wichtigen Fragen echte Fortschritte zu erzielen? Zunächst einmal müssen wir als Gesellschaft lernen und akzeptieren, dass gute Qualität ihren Preis hat. Wir müssen uns von dem „Geiz ist geil“-Gedanken wegbewegen, wenn wir über Ernährung sprechen. Denn letztendlich entscheidet der Verbraucher im Supermarkt, was der Landwirt produziert. In Deutschland ist der Stellenwert der Lebensmittel traditionell nicht so hoch wie etwa in Italien oder Frankreich, wo der Verbraucher schon immer bereit war, mehr Geld für ein Tier aus einer gewissen Haltungsform zu bezahlen. Doch der Lernprozess hat bereits eingesetzt. Landwirte müssen die Möglichkeit haben, Geld zu verdienen. Der Landwirt, der Tiere hält, wird mit Freude mehr für das Tierwohl tun, wenn es nicht auf seine eigenen Kosten geht. Denn der finanzielle Spielraum ist nicht allzu groß.

Wenn wir entscheiden, dass Lebensmittel preiswert bleiben sollen – und das könnte gesellschaftspolitisch durchaus eine gerechtfertigte Entscheidung sein – , dann müssen wir uns Gedanken machen, wofür Landwirte bezahlt werden. Wenn nicht für die Lebensmittel, dann vielleicht für die Landschaftspflege? Und wir müssen entscheiden, ob wir hier vor Ort Lebensmittel produzieren wollen oder ob wir damit einverstanden sind, sie zu importieren. Was bringt es, wenn wir hier hohe Standards für Umwelt und Tierhaltung setzen und dann billige Produkte aus Ländern mit niedrigeren Standards importieren und dort die Umwelt belastet wird? Das hat etwas mit Verantwortung zu tun. Und die Corona-Pandemie hat uns gerade erst gezeigt, dass die Weltmärkte auch ins Straucheln geraten können.

In einem kürzlich veröffentlichten Artikel mit der Headline „EU verliert an Bedeutung“ begründete der Autor seine Feststellung mit der Ökologisierung der Landwirtschaft . Für Rohstoffe mag das zutreffen. Aber für uns als Futtermittelhersteller ist das anders. Ökologisierung bedeutet für uns, dass wir eine globale Vorreiterrolle haben. Ja, es wird weniger Fleisch konsumiert werden. Wir werden uns daran anpassen und Lösungen suchen müssen für die Veränderungen, die kommen werden.



Pflanzenkraft fürs Immunsystem

Warum wir gerade jetzt pflanzliche Zusätze brauchen

Corona, immer mehr und schärfere Regularien, schwierige wirtschaftliche Voraussetzungen und gestiegene gesellschaftliche Erwartungen: Es ist viel, was Nutztierhalter, Landwirte, Futtermittelhersteller und Produzenten derzeit schultern müssen. Dabei ist ihr Handlungsspielraum oft nur gering. Die drängende Frage lautet: Was können wir tun, um sowohl ökologischer als auch ökonomischer zu werden und damit langfristig profitabel und erfolgreich?

Eine Antwort darauf lautet: Beim Futter beginnen und die Vorteile pflanzlicher Zusätze nutzen. Denn sie sind vielseitig und effektiv in verschiedenen Bereichen.

Wenn wir zum Beispiel auf die Broilerproduktion schauen, so ist die Leistung in der Regel erster Indikator für die erfolgreiche Produktion. Doch ebenso wichtig ist der Zustand von Gesundheit und Immunsystem, den er wirkt sich direkt auf die aktuelle und finale Leistung aus. Ein Indikator ist hier die natürliche Abwehrkraft, welche sich an Parametern wie Phagozyten und Lymphozyten messen lässt. In Versuchen lässt sich nachweisen, wie die Aktivität dieser wichtigen Immunzellen mithilfe pflanzlicher Futterzusätze, sogenannter Phytogene, wesentlich verbessert werden kann.

So können pflanzliche Zusätze einen positiven Einfluss auf die natürliche Abwehraktivität bei Broilern ausüben. Da sich zugleich die Wachstumsleistung verbessert, freut sich auch der Landwirt. Ein gesundes und robustes Immunsystem bei optimaler Leistung ist die Basis dafür, dass es Mensch und Tier gut geht.



Schafft die EU den Kurs auf die Zukunft?

Es war ein informelles Treffen, doch die Themen, um die es in Koblenz bei der Tagung der EU-Agrarminister ging, sind dringlicher denn je. Im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihre Amtskollegen an den Rhein geladen. Neben einem touristischen Rahmenprogramm mit Schiffstour auf der Mosel und Besichtigung eines Steillagenweinbergs ging es bei den Gesprächen unter anderem darum, wie Landwirtschaft und Ernährung künftig mehr gestärkt und insbesondere die gesellschaftliche Wertschätzung gefördert werden kann.

Schon im Vorfeld war das Treffen auf große Resonanz bei Verbänden, Organisationen und in der Branche gestoßen. So rief das Bündnis Meine Landwirtschaft für den 30. August zu einer friedlichen Demonstration in der Koblenzer Innenstadt auf. Auch zahlreiche Landwirte aus dem Umland und sogar den angrenzenden Beneluxstaaten waren mit ihren Traktoren nach Koblenz gekommen, um Flagge zu zeigen für ihr Anliegen: Wie unter anderem der deutsche Bauernverband betont, hat gerade die Corona-Krise deutlich gezeigt, welche Systemrelevanz Lebens- und Futtermittelerzeugung besitzt. Diese zu fördern und zukunftssicher aufzusetzen, ist ein wichtiger Auftrag für die Minister. Dabei darf neben der Wirtschaftlichkeit auch der Tierwohlaspekt nicht zurückstehen. Beides zu verbinden und eine nachhaltige, tiergerechte und profitable Produktion zu ermöglichen, muss das Ziel sein.

Dieses Ziel werden wir nur erreichen, wenn alle Akteure der Wertschöpfungskette ihren Teil dazu beitragen, das Tierwohl mit ihren jeweiligen Möglichkeiten zu verbessern. Denn von einer Verbesserung des Tierwohls profitieren am Ende alle – Tiere, Landwirte, Lebensmittelhersteller und Verbraucher.



Tierwohl bei Ferkeln verbessern: die drei effektivsten Maßnahmen

Zur Unterstützung des Tierwohls in der Ferkelaufzucht gibt es zahlreiche Methoden. Wir haben die drei besonders wirkungsvollen und praxisrelevanten Methoden ausgewählt.

1. Buchten strukturieren

Die Struktur der Ferkelbucht ist ausschlaggebend, um Ferkeln eine reizvolle Umgebung zu bieten. Wichtig ist ein angelegter Ruhebereich und auch, in welcher Ecke er sich befindet. Das führt zu einer guten Strukturierung der Bucht. Die Ferkel wissen genau: Hier können sie zur Ruhe kommen oder schlafen, während sie in anderen Bereichen fressen, koten und ihre natürlichen Verhaltensmuster ausleben können. Der Ruhebereich sollte wärmer und dunkler sein. Im Aktivbereich brauchen die Ferkel ausreichend Beschäftigungsmaterial.

2. Nicht-kurative Eingriffe unterbinden

Körperliche Eingriffe am Tier wie Kastration, Zähneschleifen oder Kupieren des Schwanzes sind inzwischen gesellschaftlich höchst umstritten und finden kaum Zustimmung in der breiten Öffentlichkeit. Nicht nur die betäubungslose Kastration wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, auch die anderen Eingriffe stehen auf dem Prüfstand. Hier wird es langfristig andere Lösungen geben müssen. Um die Erwartungen von Politik, Handel und Gesellschaft erfüllen und zugleich erfolgreich und profitabel produzieren zu können, ist eine optimierte Fütterung für Landwirte und Produzenten eines der wichtigsten Werkzeugen.

3. Stress reduzieren

Hier sind sich Experten und Produzenten einig: Stress ist einer der wichtigsten Faktoren für das Auftreten von Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Schwanzbeißen. Stress etwa aufgrund von Besatzdichte, Stallklima oder Gesundheitsproblemen führt in der Regel zu einer verminderten Leistung. Neben langfristigen und grundlegenden Veränderungen im Haltungssystem (Gebäude, Management, Belüftung, Gruppengröße) gibt es gerade für Schweineproduzenten weitere Unterstützungsmaßnahmen. Eine auf Tierwohl und Gesundheit ausgerichtete Fütterung inklusive der richtigen Futterzusätze wirkt effektiv Stress entgegen, unterstützt und stärkt die Tiere im Umgang mit täglichen Stressoren wie Krankheiten und Umwelteinflüssen. Dabei sind insbesondere phytogene, also pflanzliche Zusatzstoffe im Fokus, die das Immunsystem stärken, Krankheitserreger bekämpfen und gleichzeitig beruhigend auf die Tiere wirken. Ein Beispiel hier ist Dr. Eckels pflanzlicher Zusatzstoff MagPhyt, der durch seine beruhigende Wirkung Schwanzbeißen nachweislich reduzieren kann.

Gerade die jüngsten Vorfälle rund um die Covid-19-Infektionen haben das Vertrauen der Verbraucher in die Fleischindustrie massiv erschüttert. Um dieses Vertrauen wieder zu stärken, ist jetzt klares und entschiedenes Handeln gefragt – zum Wohl der Tiere, der Gesellschaft und der verantwortungsvollen Produzenten.



Sommerhitze: Das geht auf keine Kuhhaut

Ob Sommerolympiade, Fußballweltmeisterschaft oder Tour de France: Spitzensportler brauchen Strategien, um auch bei hohen Temperaturen die volle Leistung bringen zu können. Bei den Nutztieren sieht es nicht viel anders aus. Auch Milchkühe sind in ihrem Bereich echte Spitzensportler, die ihre Energie gezielt einsetzen müssen, um beste Milchleistung zu erreichen.

Am wohlsten fühlen sich die Tiere bei Temperaturen bis etwa 16 Grad. Darüber müssen sie bereits Körperwärme über Verdunstung durch erhöhte Atmung und Schwitzen abgeben. Schon bei diesen Temperaturen steigt der Energieverbrauch der Tiere spürbar an, sie fressen zudem weniger und trinken mehr. Das Risiko für chronische Entzündungen steigt, das Wohlbefinden der Tiere leidet. Wenn schließlich das Thermometer in Höhen steigt, die für Menschen bestes Badewetter erhoffen lassen, stehen Milchkühe ernsthaft unter Stress.

Tierhalter steuern hier in der Regel gegen durch Maßnahmen wie Stalldurchlüftung, gute Wasserversorgung bis hin zu Wasserkühlung an heißen Tagen oder wärmeisolierende Dacheindeckungen. Ebenso spielt das Futter selbst eine Rolle. Die richtigen Zusatzstoffe können helfen, den Stress für die Tiere zu verringern. Anta®Ox FlavoSyn von Dr. Eckel etwa ist ein rein pflanzlicher aromatisierender Futterzusatz. Durch die sekundären Pflanzenstoffe wird die Energieversorgung der Kühe unterstützt, die Tiere sind besser gegen Entzündungen geschützt und weniger gestresst.

Die Verbesserung des Tierwohls ist eine komplexe Aufgabe, die wir nur durch ein kombiniertes Vorgehen bewältigen können. Futter ist hier eine wichtige Maßnahme – denn beim Futter fängt es an.



Die Milchkuh macht‘s

Das weiße Gold, produziert tagtäglich von vielen tausenden Milchkühen. Eine großartige Leistung, die nur gesunde, stabile Kühe dauerhaft bringen können. Deshalb gilt bei Milchvieh ganz besonders: Mehr Tierwohl gleich mehr Gesundheit gleich mehr Leistung. Hier finden Sie die wichtigsten Tierwohlparameter:

Eutergesundheit. Eutererkrankungen können zu massiven wirtschaftlichen Verlusten und Kosten führen. Um Erkrankungen zu vermeiden, muss der Landwirt Verschlechterungen der Herdengesundheit schnell erkennen. Meistens werden nur die direkten Kosten für die Behandlung durch den Tierarzt oder die Medikamentenkosten gesehen. Zusätzliche Kosten entstehen durch die nicht verwertbare Milch sowie den Mehraufwand für Behandlung, Management, gesondertes Abmelken, erhöhte Remontierung und durch Probleme in den Folgelaktationen. Ein wichtiger Indikator für die Bewertung der Eutergesundheit ist der Gehalt an somatischen Zellen in der Milch. Die somatischen Zellzahlen werden durch viele Risikofaktoren begünstigt, wie beispielsweise mangelnde Stallhygiene. Futterzusätze können dabei helfen, den Gehalt der somatischen Zellen zu verringern.

Kuhkomfort. Ähnlich wie bei Sportlern ist es auch für Milchkühe wichtig, Gelenkverletzungen wie Sprung- und Knieverletzungen oder Rippenbrüche zu vermeiden. Mehr Komfort etwa durch freie Liegeflächen im Laufstall sorgt dafür, dass die Tiere sich leichter und störungsfreier ablegen und aufstehen und ihre natürlichen Liegepositionen ohne Verletzungen einnehmen können. Zudem sollten den Tieren leicht zugängliche Ruhe-, Fütterungs-, Trink- und Auslaufbereiche zur Verfügung stehen. Das beugt auch Verschmutzungen und Hautverletzungen vor.

Lahmheit. Oft wird sie durch diverse Klauenverletzungen oder -erkrankungen hervorgerufen. Sie beeinträchtigt maßgeblich das Ausleben natürlicher Verhaltensmuster und das Wohlergehen der Tiere. In jedem Fall ist sie sehr schmerzhaft für die Tiere und oft eine der Hauptursachen für einen frühzeitigen Abgang. Eine frühzeitige Erkennung und entsprechend präventive Maßnahmen erhöhen die Heilungschancen.

Sozialverhalten. Kühe sind Herdentiere mit einer festen Rangordnung. Sie haben ein Bedürfnis nach Körperkontakt und sozialer Bindung. Dies bringen sie meist durch gegenseitige Körperpflege zum Ausdruck. Darüber hinaus benötigen die Tiere zur Ausübung des Sozialverhaltens einen gut strukturierten Stall mit Aktivitäts- und Ruhebereich sowie Platz und Ruhe.

Stoffwechsel. Zahlreiche Zuchterfolge in den letzten Jahrzehnten führten zu deutlichen Leistungssteigerungen – aber auch zu großen Herausforderungen. So wuchs etwa durch die geänderten Anforderungen die Gefahr von Stoffwechselerkrankungen wie Ketose und Pansenazidose. Gerade hier können neben dem Fütterungsmanagement die richtigen Futterzusatzstoffe große Unterstützung bieten.



Stell dir vor, du schaust ins Grüne …

Was Menschen beruhigt, soll auch auf Tiere einen positiven Einfluss haben. Diese Erkenntnis hat das russische Landwirtschaftsministerium zu einem Experiment bewogen, das für Aufmerksamkeit sorgte. In einem Versuchsbetrieb in Moskau werden zurzeit Kühe mit VR-Brillen ausgestattet. Die speziell für Kühe angefertigten Brillen sollen den Tieren eine virtuelle Realität mit saftigen grünen Weiden vorgaukeln. Ziel der Versuche ist es, herauszufinden, ob die Tiere dadurch mehr Milch geben.

Laut Ministerium gibt es bereits erste Erfolge. So sei die Herde insgesamt friedlicher und die Kühe würden weniger Angst verspüren. Russland möchte mit dieser Studie ausloten, wie die Milchleistung durch neue Methoden weiter gesteigert werden kann. Weitere Versuche sollen zeigen, ob sich auch Milchqualität und Menge verändern. Sollte sich das bestätigen, könnten bald noch mehr Kühe in Russland VR-Brillen tragen.

Sieht so die Zukunft in unseren Milchviehställen aus? Wohl eher nicht. Klar ist: Wenn das Tierwohl verbessert wird, steigt auch die Leistung der Tiere. Doch wenn die Verbesserung buchstäblich nicht real ist, werden sich die Tiere durch Maßnahmen wie VR-Brillen kaum dauerhaft beeinflussen lassen. Selbst wenn sich kurzfristig positive Ergebnisse zeigen, kann eine wirklich nachhaltige, langfristige Verbesserung des Tierwohls – und die muss das Ziel sein – auf diesem Weg nicht erreicht werden. Denn diese gründet immer auf einer Kombination von Maßnahmen. Neben Haltungsform und Farmmanagement gehört hierzu auch die Fütterung. Daher sind Landwirte gut beraten auf naheliegende Maßnahmen zu setzen. So können schon mithilfe der richtigen Futterzusätze wichtige Tierwohlparameter wie Euter- oder Lebergesundheit und die Vitalität der Tiere positiv beeinflusst werden.



Tierwohl auch bei Kälbern ein wichtiges Thema

Gesunde Kälber sind die Grundlage für eine optimale Milchleistung. Und sie sichern die Zukunft der Bestände und damit des Betriebes. Gutes Management und tierwohlgerechte Haltung sorgen dafür, dass diese Kälber zu Milchkühen mit guter Leistung und einer langen Nutzungsdauer heranwachsen. Besonders wichtig ist hier, Kälber soweit wie möglich vor vermeidbaren Erkrankungen und Entzündungen zu schützen. Missstände in der Fütterung und der Haltung können die Widerstandsfähigkeit der Kälber beeinträchtigen und das Risiko von Erkrankungen erhöhen. Entscheidend sind bereits die ersten Lebensstunden. Da Kälber ohne jegliche Abwehr geboren werden, brauchen sie das wertvolle Kolostrum in ausreichender Menge. Auf diesem Wege werden die Kälber mit den stallspezifischen Antikörpern versorgt – ein glatter Pluspunkt für das Immunsystem der Kälber.

Daneben sind Kälber auch zahlreichen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dazu zählen Stressoren, wie mangelhafte Haltungsbedingungen, Umwelteinflüsse und hoher Keimdruck. Sie können zu Symptome wie Durchfall, Infektionen und Atemwegserkrankungen führen, die oft gemeinsam auftreten und ihren Hintergrund in der Immunschwäche des noch jungen Kalbs haben. All diese Faktoren machen dem Kalb ordentlich zu schaffen und behindern das Wohlbefinden und die Leistung dauerhaft. Erkrankungen ziehen oft Entwicklungsstörungen und Beeinträchtigungen nach sich. Zudem bedeuten sie Mehrarbeit und zusätzliche Kosten. Vorbeugung ist daher besser als Behandlung: Das heißt, Kälber bestmöglich versorgen und mögliche Stressoren eindämmen, damit die spätere Milchkuh ihr volles genetisches Potenzial ausschöpfen kann.

Hierzu kann auch die Fütterung aktiv beitragen. So kann Tierwohl von innen heraus verbessert werden. Pflanzliche Futterzusätze können Entzündungsreaktionen im Organismus der Kälber reduzieren. Dadurch wird die Energie aus der Futteraufnahme nicht an Entzündungsreaktionen verschwendet, sondern steht vollständig für das Wachstum zur Verfügung. Das erhöht gleichzeitig die Widerstandkraft der Kälber und das Wohlbefinden der Tiere. In einem aktuellen Fütterungsversuch wurde gezeigt, wie ein flavonoidhaltiger Futterzusatz von Dr. Eckel nachweislich das Wohlbefinden von Kälbern aktiv unterstützt. Mehr zu diesem Versuch finden Sie hier.