Schafft die EU den Kurs auf die Zukunft?

Es war ein informelles Treffen, doch die Themen, um die es in Koblenz bei der Tagung der EU-Agrarminister ging, sind dringlicher denn je. Im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihre Amtskollegen an den Rhein geladen. Neben einem touristischen Rahmenprogramm mit Schiffstour auf der Mosel und Besichtigung eines Steillagenweinbergs ging es bei den Gesprächen unter anderem darum, wie Landwirtschaft und Ernährung künftig mehr gestärkt und insbesondere die gesellschaftliche Wertschätzung gefördert werden kann.

Schon im Vorfeld war das Treffen auf große Resonanz bei Verbänden, Organisationen und in der Branche gestoßen. So rief das Bündnis Meine Landwirtschaft für den 30. August zu einer friedlichen Demonstration in der Koblenzer Innenstadt auf. Auch zahlreiche Landwirte aus dem Umland und sogar den angrenzenden Beneluxstaaten waren mit ihren Traktoren nach Koblenz gekommen, um Flagge zu zeigen für ihr Anliegen: Wie unter anderem der deutsche Bauernverband betont, hat gerade die Corona-Krise deutlich gezeigt, welche Systemrelevanz Lebens- und Futtermittelerzeugung besitzt. Diese zu fördern und zukunftssicher aufzusetzen, ist ein wichtiger Auftrag für die Minister. Dabei darf neben der Wirtschaftlichkeit auch der Tierwohlaspekt nicht zurückstehen. Beides zu verbinden und eine nachhaltige, tiergerechte und profitable Produktion zu ermöglichen, muss das Ziel sein.

Dieses Ziel werden wir nur erreichen, wenn alle Akteure der Wertschöpfungskette ihren Teil dazu beitragen, das Tierwohl mit ihren jeweiligen Möglichkeiten zu verbessern. Denn von einer Verbesserung des Tierwohls profitieren am Ende alle – Tiere, Landwirte, Lebensmittelhersteller und Verbraucher.



Tierwohl bei Ferkeln verbessern: die drei effektivsten Maßnahmen

Zur Unterstützung des Tierwohls in der Ferkelaufzucht gibt es zahlreiche Methoden. Wir haben die drei besonders wirkungsvollen und praxisrelevanten Methoden ausgewählt.

1. Buchten strukturieren

Die Struktur der Ferkelbucht ist ausschlaggebend, um Ferkeln eine reizvolle Umgebung zu bieten. Wichtig ist ein angelegter Ruhebereich und auch, in welcher Ecke er sich befindet. Das führt zu einer guten Strukturierung der Bucht. Die Ferkel wissen genau: Hier können sie zur Ruhe kommen oder schlafen, während sie in anderen Bereichen fressen, koten und ihre natürlichen Verhaltensmuster ausleben können. Der Ruhebereich sollte wärmer und dunkler sein. Im Aktivbereich brauchen die Ferkel ausreichend Beschäftigungsmaterial.

2. Nicht-kurative Eingriffe unterbinden

Körperliche Eingriffe am Tier wie Kastration, Zähneschleifen oder Kupieren des Schwanzes sind inzwischen gesellschaftlich höchst umstritten und finden kaum Zustimmung in der breiten Öffentlichkeit. Nicht nur die betäubungslose Kastration wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, auch die anderen Eingriffe stehen auf dem Prüfstand. Hier wird es langfristig andere Lösungen geben müssen. Um die Erwartungen von Politik, Handel und Gesellschaft erfüllen und zugleich erfolgreich und profitabel produzieren zu können, ist eine optimierte Fütterung für Landwirte und Produzenten eines der wichtigsten Werkzeugen.

3. Stress reduzieren

Hier sind sich Experten und Produzenten einig: Stress ist einer der wichtigsten Faktoren für das Auftreten von Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Schwanzbeißen. Stress etwa aufgrund von Besatzdichte, Stallklima oder Gesundheitsproblemen führt in der Regel zu einer verminderten Leistung. Neben langfristigen und grundlegenden Veränderungen im Haltungssystem (Gebäude, Management, Belüftung, Gruppengröße) gibt es gerade für Schweineproduzenten weitere Unterstützungsmaßnahmen. Eine auf Tierwohl und Gesundheit ausgerichtete Fütterung inklusive der richtigen Futterzusätze wirkt effektiv Stress entgegen, unterstützt und stärkt die Tiere im Umgang mit täglichen Stressoren wie Krankheiten und Umwelteinflüssen. Dabei sind insbesondere phytogene, also pflanzliche Zusatzstoffe im Fokus, die das Immunsystem stärken, Krankheitserreger bekämpfen und gleichzeitig beruhigend auf die Tiere wirken. Ein Beispiel hier ist Dr. Eckels pflanzlicher Zusatzstoff MagPhyt, der durch seine beruhigende Wirkung Schwanzbeißen nachweislich reduzieren kann.

Gerade die jüngsten Vorfälle rund um die Covid-19-Infektionen haben das Vertrauen der Verbraucher in die Fleischindustrie massiv erschüttert. Um dieses Vertrauen wieder zu stärken, ist jetzt klares und entschiedenes Handeln gefragt – zum Wohl der Tiere, der Gesellschaft und der verantwortungsvollen Produzenten.



Sommerhitze: Das geht auf keine Kuhhaut

Ob Sommerolympiade, Fußballweltmeisterschaft oder Tour de France: Spitzensportler brauchen Strategien, um auch bei hohen Temperaturen die volle Leistung bringen zu können. Bei den Nutztieren sieht es nicht viel anders aus. Auch Milchkühe sind in ihrem Bereich echte Spitzensportler, die ihre Energie gezielt einsetzen müssen, um beste Milchleistung zu erreichen.

Am wohlsten fühlen sich die Tiere bei Temperaturen bis etwa 16 Grad. Darüber müssen sie bereits Körperwärme über Verdunstung durch erhöhte Atmung und Schwitzen abgeben. Schon bei diesen Temperaturen steigt der Energieverbrauch der Tiere spürbar an, sie fressen zudem weniger und trinken mehr. Das Risiko für chronische Entzündungen steigt, das Wohlbefinden der Tiere leidet. Wenn schließlich das Thermometer in Höhen steigt, die für Menschen bestes Badewetter erhoffen lassen, stehen Milchkühe ernsthaft unter Stress.

Tierhalter steuern hier in der Regel gegen durch Maßnahmen wie Stalldurchlüftung, gute Wasserversorgung bis hin zu Wasserkühlung an heißen Tagen oder wärmeisolierende Dacheindeckungen. Ebenso spielt das Futter selbst eine Rolle. Die richtigen Zusatzstoffe können helfen, den Stress für die Tiere zu verringern. Anta®Ox FlavoSyn von Dr. Eckel etwa ist ein rein pflanzlicher aromatisierender Futterzusatz. Durch die sekundären Pflanzenstoffe wird die Energieversorgung der Kühe unterstützt, die Tiere sind besser gegen Entzündungen geschützt und weniger gestresst.

Die Verbesserung des Tierwohls ist eine komplexe Aufgabe, die wir nur durch ein kombiniertes Vorgehen bewältigen können. Futter ist hier eine wichtige Maßnahme – denn beim Futter fängt es an.



Die Milchkuh macht‘s

Das weiße Gold, produziert tagtäglich von vielen tausenden Milchkühen. Eine großartige Leistung, die nur gesunde, stabile Kühe dauerhaft bringen können. Deshalb gilt bei Milchvieh ganz besonders: Mehr Tierwohl gleich mehr Gesundheit gleich mehr Leistung. Hier finden Sie die wichtigsten Tierwohlparameter:

Eutergesundheit. Eutererkrankungen können zu massiven wirtschaftlichen Verlusten und Kosten führen. Um Erkrankungen zu vermeiden, muss der Landwirt Verschlechterungen der Herdengesundheit schnell erkennen. Meistens werden nur die direkten Kosten für die Behandlung durch den Tierarzt oder die Medikamentenkosten gesehen. Zusätzliche Kosten entstehen durch die nicht verwertbare Milch sowie den Mehraufwand für Behandlung, Management, gesondertes Abmelken, erhöhte Remontierung und durch Probleme in den Folgelaktationen. Ein wichtiger Indikator für die Bewertung der Eutergesundheit ist der Gehalt an somatischen Zellen in der Milch. Die somatischen Zellzahlen werden durch viele Risikofaktoren begünstigt, wie beispielsweise mangelnde Stallhygiene. Futterzusätze können dabei helfen, den Gehalt der somatischen Zellen zu verringern.

Kuhkomfort. Ähnlich wie bei Sportlern ist es auch für Milchkühe wichtig, Gelenkverletzungen wie Sprung- und Knieverletzungen oder Rippenbrüche zu vermeiden. Mehr Komfort etwa durch freie Liegeflächen im Laufstall sorgt dafür, dass die Tiere sich leichter und störungsfreier ablegen und aufstehen und ihre natürlichen Liegepositionen ohne Verletzungen einnehmen können. Zudem sollten den Tieren leicht zugängliche Ruhe-, Fütterungs-, Trink- und Auslaufbereiche zur Verfügung stehen. Das beugt auch Verschmutzungen und Hautverletzungen vor.

Lahmheit. Oft wird sie durch diverse Klauenverletzungen oder -erkrankungen hervorgerufen. Sie beeinträchtigt maßgeblich das Ausleben natürlicher Verhaltensmuster und das Wohlergehen der Tiere. In jedem Fall ist sie sehr schmerzhaft für die Tiere und oft eine der Hauptursachen für einen frühzeitigen Abgang. Eine frühzeitige Erkennung und entsprechend präventive Maßnahmen erhöhen die Heilungschancen.

Sozialverhalten. Kühe sind Herdentiere mit einer festen Rangordnung. Sie haben ein Bedürfnis nach Körperkontakt und sozialer Bindung. Dies bringen sie meist durch gegenseitige Körperpflege zum Ausdruck. Darüber hinaus benötigen die Tiere zur Ausübung des Sozialverhaltens einen gut strukturierten Stall mit Aktivitäts- und Ruhebereich sowie Platz und Ruhe.

Stoffwechsel. Zahlreiche Zuchterfolge in den letzten Jahrzehnten führten zu deutlichen Leistungssteigerungen – aber auch zu großen Herausforderungen. So wuchs etwa durch die geänderten Anforderungen die Gefahr von Stoffwechselerkrankungen wie Ketose und Pansenazidose. Gerade hier können neben dem Fütterungsmanagement die richtigen Futterzusatzstoffe große Unterstützung bieten.



Tierwohl auch bei Kälbern ein wichtiges Thema

Gesunde Kälber sind die Grundlage für eine optimale Milchleistung. Und sie sichern die Zukunft der Bestände und damit des Betriebes. Gutes Management und tierwohlgerechte Haltung sorgen dafür, dass diese Kälber zu Milchkühen mit guter Leistung und einer langen Nutzungsdauer heranwachsen. Besonders wichtig ist hier, Kälber soweit wie möglich vor vermeidbaren Erkrankungen und Entzündungen zu schützen. Missstände in der Fütterung und der Haltung können die Widerstandsfähigkeit der Kälber beeinträchtigen und das Risiko von Erkrankungen erhöhen. Entscheidend sind bereits die ersten Lebensstunden. Da Kälber ohne jegliche Abwehr geboren werden, brauchen sie das wertvolle Kolostrum in ausreichender Menge. Auf diesem Wege werden die Kälber mit den stallspezifischen Antikörpern versorgt – ein glatter Pluspunkt für das Immunsystem der Kälber.

Daneben sind Kälber auch zahlreichen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dazu zählen Stressoren, wie mangelhafte Haltungsbedingungen, Umwelteinflüsse und hoher Keimdruck. Sie können zu Symptome wie Durchfall, Infektionen und Atemwegserkrankungen führen, die oft gemeinsam auftreten und ihren Hintergrund in der Immunschwäche des noch jungen Kalbs haben. All diese Faktoren machen dem Kalb ordentlich zu schaffen und behindern das Wohlbefinden und die Leistung dauerhaft. Erkrankungen ziehen oft Entwicklungsstörungen und Beeinträchtigungen nach sich. Zudem bedeuten sie Mehrarbeit und zusätzliche Kosten. Vorbeugung ist daher besser als Behandlung: Das heißt, Kälber bestmöglich versorgen und mögliche Stressoren eindämmen, damit die spätere Milchkuh ihr volles genetisches Potenzial ausschöpfen kann.

Hierzu kann auch die Fütterung aktiv beitragen. So kann Tierwohl von innen heraus verbessert werden. Pflanzliche Futterzusätze können Entzündungsreaktionen im Organismus der Kälber reduzieren. Dadurch wird die Energie aus der Futteraufnahme nicht an Entzündungsreaktionen verschwendet, sondern steht vollständig für das Wachstum zur Verfügung. Das erhöht gleichzeitig die Widerstandkraft der Kälber und das Wohlbefinden der Tiere. In einem aktuellen Fütterungsversuch wurde gezeigt, wie ein flavonoidhaltiger Futterzusatz von Dr. Eckel nachweislich das Wohlbefinden von Kälbern aktiv unterstützt. Mehr zu diesem Versuch finden Sie hier.



Deutschland beim Tierwohl nur Mittelmaß

World Animal Protection (WAP) veröffentlicht internationales Tierwohl-Ranking: Die Tierschutzorganisation bewertet darin die Tierwohlstandards in 50 Staaten. An der Spitze: Schweden und Österreich.

Schon seit über 30 Jahren ist die World Animal Protection mit Hauptsitz in London für das Wohlergehen der Tiere im Einsatz. Für ihren Animal Protection Index (API) hat die NGO nun Tierwohlpolitik und -gesetzgebung in insgesamt 50 Ländern weltweit unter die Lupe genommen und ein Ranking von A (höchste Punktzahl) bis G aufgestellt. Für die Einstufung wurden unter anderem das allgemeine Bewusstsein für Tierwohl, die nationalen Gesetzgebung und die politische Unterstützung für Tierwohlstandards bei Haus- und Nutztieren sowie in der Forschung beleuchtet. Laut des API haben Schweden, Großbritannien und Österreich die höchste Bewertung. Die ihnen verliehene Note B zeigt, dass diese Länder ein sehr hohes Niveau beim Tierwohl aufweisen, aber noch Verbesserungspotenzial in bestimmten Bereichen besteht. In Ländern wie Marokko, Iran, Algerien und Weißrussland dagegen fehlt es noch immer am Wesentlichen: der Existenz oder wenigstens formellen Anerkennung eines grundlegende Rechtsrahmen für Tierwohl.

Deutschland hat es mit der Gesamtnote C nur zu einer mittelmäßigen Bewertung geschafft. Im Bereich Nutztiere werden die aktuellen Bemühungen sogar mit einem D bewertet. Deutschland steht somit auf einer Stufe mit Frankreich, Polen, Spanien und Italien. Das zeigt, dass in Deutschland und den übrigen europäischen Ländern noch viel Nachholbedarf besteht. Die Erkenntnis, dass Tierwohl eine ökonomische, ökologische und ethische Notwendigkeit ist, hat sich zwar in den letzten Jahren immer weiter verbreitet, doch für konkrete Maßnahmen fehlt vielen Akteuren in der Branche noch die Orientierung. Dabei gilt: Frühzeitig ansetzen und die verfügbaren Stellschrauben nutzen. Aus diesem Grund setzt Dr. Eckel bereits bei der Fütterung auf Maßnahmen für eine Verbesserung des Tierwohls. Denn schon die richtigen Futterzusätze können einen aktiven Beitrag leisten.

Lesen Sie hier mehr zum Index und den Ergebnissen in anderen Ländern: https://api.worldanimalprotection.org/



Schöne neue Schweinewelt

Eine neue Nutztierstrategie soll Landwirte dabei unterstützen, Betriebsstrukturen weiterzuentwickeln und sich gut für die Zukunft aufzustellen. Was dies im Detail für die Schweinehaltung bedeutet, stellte das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium Ende Januar im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Ohne eine ganzheitliche Änderung der Schweinehaltung, so Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser, kann es nicht weitergehen.

Die Ministerin hat sich zum Ziel gesetzt, die gestiegenen Anforderungen an Tierwohl, Umweltschutz, Baurecht, Ökonomie, soziale Aspekte und gesellschaftliche Akzeptanz in Einklang zu bringen, heißt es. Die neue Nutztierstrategie solle die Landwirte unterstützen, strukturelle Veränderungen frühzeitig und erfolgreich zu gestalten. Die Weiterentwicklung der Nutztierhaltung soll möglichst flächendeckend erfolgen. Dies schließt auch mögliche Veränderungen in den bisherigen Betriebs- und Vermarktungsstrukturen ein. Ein Eckpunkt dieser Nutztierstrategie ist der „Stall der Zukunft“.

Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NRW baut das Landwirtschaftsministerium derzeit an neuen Stallsystemen für die Schweinemast. Geplant sind zwei Mastställe auf dem Versuchshof der Landwirtschaftskammer Haus Düsse in Bad Sassendorf. Die Mastställe sollen den Vorgaben der Stufen 2 und 3 des staatlichen Tierwohlkennzeichens entsprechen. Das beinhaltet ein völlig neues Auslaufkonzept mit begrünter Klimazone und Schweineklo. Künftig sollen diese Stallsysteme als Vorlage für andere Bauvorhaben dienen. Der „Stall der Zukunft“ soll vollständig aus Landesmitteln finanziert werden. Bis 2022 sollen die Stallneubauten fertig sein.

Ein weiterer Punkt, den die Nutztierstrategie vorantreiben will, ist der Verzicht auf das Kürzen von Ferkelschwänzen. Ziel ist, die Haltungsbedingungen für Schweine so zu verbessern, dass die Haltung von unkupierten Schweinen zum Normalfall wird. Außerdem soll noch stärker vorbeugend an den Ursachen für Erkrankungen gearbeitet werden, um den Arzneimitteleinsatz in der Schweinehaltung weiter verringern zu können.

Aus unserer Sicht erfreulich ist die Betonung, die die Nutztierstrategie auf die jüngsten Entwicklungen im Fütterungsmanagement und die Verfahren zur Emissionsminderung. Es zeigt, dass auch die Politik inzwischen verstanden hat: Eine optimierte Fütterung ist die erste Stellschraube, um Nachhaltigkeit und Tierwohl positiv zu beeinflussen. Packen wir es an.



»Tierwohl ist kein Luxusproblem«

Nicht weniger als die Zukunft der Branche stand im Fokus der diesjährigen Fachkonferenz bei Dr. Eckel: Nachhaltig, profitabel, das Tierwohl im Blick: So muss sie aussehen, die Nahrungsmittelproduktion von morgen. Doch welcher Weg führt zum Erfolg? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern? Und wie schaffen es Erzeuger, Produzenten, Verarbeiter und Handel, bei allen Anforderungen an Tierwohl, Klima, Umwelt und Ressourcen zugleich wirtschaftlich zu handeln? Diesen wichtigen Fragen stellten sich Redner und Konferenzteilnehmer in Vorträgen und Diskussionsrunden.

Prof. Dr. Johanna Fink-Gremmels, Inhaberin des Lehrstuhls für Veterinary Pharmacology and Toxicology an der Universität Utrecht, machte in ihrem Vortrag besonders die Rolle der Ernährung für Tiergesundheit und Tierwohl deutlich. Die richtige Ernährung, so Professor Fink-Gremmels, trägt nicht nur wesentlich zu einer stabilen Gesundheit bei. Sie ist auch ein Schlüsselfaktor für bessere Leistung, geringere Medikamentenkosten und damit bessere Erträge. Ebenfalls der Ernährung widmet sich das niederländische Unternehmen New Generation Nutrition. CEO Marian Peters zeigte in ihrem Vortrag anschaulich, welch wichtiger Baustein Insekten in der tierischen – und menschlichen – Ernährung von morgen sein können.

Spannende Einblicke in die Rolle der Produzenten bot der Vortrag von Dr. Gereon Schulze Althoff, Leiter für Qualitätsmanagement und Veterinärwesen bei Tönnies. Er stellte insbesondere die Verantwortung, aber auch das Potenzial der verschiedenen Player in der Wertschöpfungskette heraus. Nach einem visionären Beitrag von Dr. Francesca Blasco, Vice President Product & Innovation, der aufzeigte, wie der Weg hin zu einer profitablen, tiergerechten Produktion gelingen kann, fand die Konferenz ihren krönenden Abschluss in einer Diskussion der Redner und des Publikums zur Frage, wie die Branche die richtige Balance zwischen Tierwohl und Profitabilität finden kann.

»Es war eine großartige Mischung aus hochkarätigen Expertenvorträgen, inspirierenden Diskussionen und viel Gelegenheit zum Austausch mit Branchenkollegen aus aller Welt«, schilderte Bernhard große Austing, Inhaber und Geschäftsführer von Austing Mischfutterwerk GmbH & Co. KG, seine Eindrücke, und ergänzt: »Tierwohl ist kein Luxusproblem, sondern eine Notwendigkeit, das hat diese Konferenz eindringlich gezeigt. Nur gesunde Tiere können auch gesunde Lebensmittel liefern. Das ist es, was sich der Verbraucher letzten Endes wünscht und was unsere Welt braucht, um die Nahrungsmittelversorgung in Zukunft zu sichern.«



Streit um höhere Abgabe für Fleisch entfacht

In Deutschland wird zurzeit heftig über die Einführung einer sogenannten Fleischsteuer debattiert. Doch hilft eine zusätzliche Steuer oder die Anhebung der Mehrwertsteuer für Fleisch wirklich dem Tierwohl?

Den Anstoß zur Diskussion gab der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Er forderte in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung neben einer CO2-Steuer auch eine Besteuerung von tierischen Produkten. Mit den Einnahmen solle der Umbau von Ställen finanziert werden, um diese tierwohlfreundlicher gestalten zu können. Politiker aller Parteien begrüßten den Vorstoß. Albert Stegemann von der CDU betonte ausdrücklich, dass die Zusatzeinnahmen zweckgebunden dem Tierwohl zugute kommen solle.

Agrarpolitiker von SPD und Grüne sind für eine Anhebung der Mehrwertsteuer für Fleischprodukte von sieben auf 19 Prozent. Auch Fleischproduzent Tönnies und Greenpeace, in seltener Einigkeit verbunden, halten eine Erhöhung für sinnvoll, solange die Erlöse zweckgebunden eingesetzt werden. Hier zeigt sich allerdings ein erster Haken: Steuereinnahmen in Deutschland sind grundsätzlich nicht zweckgebunden.

Doch es gibt auch Politiker und Verbände, die einer Fleischsteuer skeptisch gegenüber stehen. Alois Gerig etwa, Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag, sagte dazu im Interview mit dem Deutschlandfunk, dass eine Anhebung der Mehrwertsteuer für tierische Produkte in erster Linie sozial Schwächere belasten und bei dieser Steuer weder der Handel noch die Verarbeiter miteinbezogen werden würden. Wichtig sei es, dass sich der Bürger gesund und bewusst ernähre.

Dies zu fördern wäre zum Beispiel auch durch die Einführung eines Tierwohllabels möglich. Der Deutsche Bauernverband ist ebenfalls gegen eine Besteuerung von Fleisch. Der Verband kritisiert, dass weder dem Tierwohl noch dem Klimaschutz geholfen sei, wenn deutsche Landwirte zwar in mehr Tierwohl investieren würden, der Markt sich dann aber preisgünstiger aus Ländern mit niedrigeren Tierwohlstandards versorgen würde.

Die Überlegung, tierische Produkte mit einer extra Steuer zu belegen, ist nicht neu. In Schweden hatte die nationale Umweltschutzagentur vorgeschlagen, Fleisch zu besteuern. Anders als der Deutsche Tierschutzbund begründen die Schweden die Besteuerung mit der hohen Klimabelastung durch die Tierhaltung. Das wäre auch hierzulande eine nachvollziehbare Argumentation: Immerhin ist laut Bundesumweltamt die Landwirtschaft für 66 Millionen Tonnen CO2-Äquvivalente verantwortlich.

Grundsätzlich ist der Vorschlag mehr ins Tierwohl zu investieren richtig und gut. Auch die Debatte an sich ist nicht verkehrt, rückt doch so das Thema einmal mehr in den Fokus. Doch was bringt eine Fleischsteuer? Eine zusätzliche Abgabe auf tierische Produkte würde Fleisch nur künstlich verteuern. Von der Steuer betroffen sind letztlich nur die Konsumenten. Bei der Verbesserung des Tierwohls ist aber eine ganzheitliche Betrachtung notwendig. Das heißt, es muss die gesamte Wertschöpfungskette miteinbezogen werden. Jeder Akteur entlang der Wertschöpfungskette muss seinen Beitrag fürs Tierwohl leisten – vom Futtermittel bis zum fertig angerichteten Teller im Restaurant. Aus diesem Grund gibt es auch unsere Tierwohlinitiative. Mit dieser Initiative möchten wir das Bewusstsein entlang der Wertschöpfungskette stärken, wie wichtig Tierwohl für Mensch, Umwelt und Tier ist, und dass die Fütterung der richtige Hebel ist, damit zu starten.

Mehr zu die Positionen der einzelnen Protagonisten:

https://www.bauernverband.de/dbv-fleischsteuer-ist-zu-kurz-gedacht

https://www.toennies-agrarblog.de/mehrwertsteuererhoehung-zweckgebunden-warum-nicht/

https://www.deutschlandfunk.de/gerig-cdu-zu-fleischdebatte-wertschaetzung-bei.694.de.html?dram:article_id=455818



Tierwohl füttern

Wir alle wissen, dass Management, Haltungsbedingungen und Tiergesundheit in Sachen Tierwohl eine wichtige Rolle spielen. Doch ein wichtiger Baustein fehlt noch in dieser Reihe: die optimierte Fütterung. „Um das Wohl und die Gesundheit der Tiere zu verbessern, ist die Fütterung einer der wichtigsten Hebel“, betont Dr. Bernhard Eckel, Vice President Sales. „Futterzusätze stärken das Tier von innen, sorgen für eine gesteigerte Vitalität und ein besseres Wohlbefinden. Hierdurch kann es die täglichen Herausforderungen des Lebens besser meistern.“ Phytogene Zusatzstoffe sind die „Hidden Champions“ in der Tierernährung. Sie stimulieren das tiereigene Immunsystem und machen die Tiere widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und äußeren Umwelteinflüssen. Das wirkt sich zudem auf Stallhygiene und Stallklima aus.

Stress reduzieren, Tierwohl stärken

Die Tiere sind täglich den unterschiedlichsten Umwelteinflüssen ausgesetzt. Verhaltensstörungen wie Federpicken und Schwanzbeißen werden oft durch äußere Umwelteinflüsse wie etwa die Besatzdichte verstärkt. Mit Hilfe der richtigen Futterzusätze kann hier schon bei der Fütterung entgegengewirkt werden. So lassen sich zahlreiche Indikatoren des Tierwohls verbessern. Gerade Schwanzbeißen und Federpicken zählen zu den großen Herausforderungen in der Tierproduktion. Sie beeinträchtigen das Wohlergehen der Tiere und führen zu Verletzungen, Nekrosen und Verwürfen. Zudem leidet das Image von Landwirtschaft und Fleischbranche in der Öffentlichkeit.

Hier können Futterzusätze helfen, Stress zu reduzieren und Stresssymptome zu bekämpfen. Davon profitiert auch die Fleischqualität. Denn nur vitale und gesunde Tiere sind glückliche Tiere und können ihre beste Leistung abrufen.

Was uns gut tut, hilft auch dem Tier

Das beste Beispiel sind wir Menschen. Im Berufsalltag erleben wir ebenfalls oft Stress. Um diesen Stress abzubauen, greifen wir zu unterschiedlichen Mitteln. Einige davon sind als traditionelle Heilmittel bekannt, wie etwa ätherische Öle. Auch Tee soll uns guttun, ebenso wie das gelegentliche Glas Wein oder Bier. Auch in der Nutztierhaltung können wir die positiven Wirkungen dieser Pflanzeninhaltsstoffe nutzen.

Mehr Tierwohl, mehr Möglichkeiten

Die Verbesserung des Tierwohls bringt nicht nur Vorteile für das Tier und die Fleischqualität. Die gesamte Wertschöpfungskette profitiert davon. Denn mit mehr Tierwohl wächst auch die Effizienz der Tiere. Das spart zusätzlich Ressourcen, erhöht die Margen und steigert die Gewinne. Zudem können neue Märkte erschlossen und neue Kunden erreicht werden.

Mit seiner Tierwohlinitiative unterstützt Dr. Eckel die Akteure entlang der Wertschöpfungskette dabei, wichtige Tierwohlparameter bereits ab der Fütterung zu verbessern und somit zugleich den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht werden und die Leistung der Tiere zu fördern. Das Ziel ist es, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die sich an Tier, Mensch und Umwelt orientieren. Eine Wende hin zu mehr Tierwohl kann nur in Zusammenarbeit mit einer angepassten und optimierten Fütterungsstrategie und den richtigen Zusatzstoffen erreicht werden. Als erstes Unternehmen entwickelt Dr. Eckel Futterzusätze, die speziell zur Unterstützung des Tierwohls entwickelt wurden. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die Produktion von Futterzusatzstoffen, die sich positiv auf das Wohlergehen und die Fleischqualität der Tiere auswirken und unterstützt über die Fütterung verschiedene Parameter des Tierwohls. In zahlreichen wissenschaftlichen und praxisorientierten Versuchen konnte Dr. Eckel die Wirksamkeit seiner Zusätze unter Beweis stellen und wurde dafür mehrfach mit renommierten Innovationspreisen ausgezeichnet.

 

Die Fütterung ist das erste Glied in der Lebensmittelkette. Sie ist daher der erste Ansatzpunkt für Maßnahmen, die das Tierwohl verbessern.